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Ein Portrait von "THE BATS" aus Blankenheim
Im Jahre 1965 schlossen sich sechs junge Männer zu einer Beat-Band zusammen um auf den Spuren der Beatles, Rolling Stones usw. sich musikalisch einem Namen zu machen. Da aber dafür das nötige Geld fehlte, für die Anschaffung von Verstärkeranlagen, wurde z.B. Opas Radio als Gitarrenverstärker umfunktioniert. Als Tonabnehmer für eine Wandergitarre wurde einfach eine Sprechmuschel eines ausrangierten Telefons verwendet. Da man aber aus Musikersicht einsah, dass wohl richtige Verstärker, richtige Elektrogitarren, richtige Mikrofone und auch ein funktionstüchtiges Schlagzeug sein musste, war man froh, wenn die Elternteile auf das damals spärliche Taschengeld einen Vorschuss gaben. Nach einiger Zeit konnte man auf eine kleine "Anlage" stolz sein. Nach rund einem halben Jahr intensiver Probearbeit in diversen Kellern, stand nun auch mal ein öffentlicher Auftritt an. Dieser Auftritt musste zunächst aber verschoben werden, da die Eltern des damaligen Organisten, Dieter Schlemmer, und des Bassgitarristen, Gottfried Pickartz, etwas gegen das Tun ihrer Sprösslinge hatten. Der Grund hierfür war folgender: Beide waren erst im zarten Alter von 14 Jahren. Die Volljährigkeit lag zu diesem Zeitpunkt noch bei 21 Jahren. Kurzerhand sahen sich die restlichen Bandmitglieder (die teilweise 18 Jahre und älter waren) nach Ersatzleuten um. Sänger, Peter Hess, fand in seinem damaligen Schulfreund Hajo Schlosser aus Schleiden, schnell einen neuen Rhythmusgitarristen. Hajo Schlosser kannte wieder jemand der gut Sologitarre spielte und so wurde Peter May aus Gemünd, (genannt: Nelle) kurzfristig in die Band aufgenommen. In dieser Besetzung spielte die Band mit großen Erfolgen bis ins Jahr 1969. Der schon längst überfällig gewordene erste Auftritt erfolgte in der damaligen Turnhalle Blankenheim (die heutige Weiherhalle). Hierdurch ermutigt zogen die "Fledermäuse", was die Übersetzung des Bandnamens "The Bats" bedeutet, dann durch viele beatfreundliche Gemeinden des Altkreises Schleiden und ernteten überall begeisterten Beifall. Die technischen Instrumente wurden nach und nach auf den modernsten Stand gebracht. Die Musikanlage hatte einen Wert von ca. 15.000,00 DM. Davon hatte alleine die Burns Sologitarre von Peter May einen Wert von über 2.000,00 DM. Getreu ihrem großen Vorbild, den "Rolling Stones", verzichteten die Fledermäuse auf einheitliche Uniformen (was sie bis in die heutige Zeit beibehalten haben). Das Repertoire der Band umfaßte neben meist englischen Songs auch etliche Vorträge in anderer Sprache. Solosänger Peter Hess hatte sich die Texte der Songs in mühevoller Arbeit selbst angeeignet. Erfolgsschlager bei jeden Auftritt war das "Ave Maria", mit dem die Fledermäuse auf dem Beatfestival in Rondorf bei Köln unter 22 Beatkapellen den größten Erfolg erzielte. Einen ähnlichen Erfolg ernteten sie am Fastnachtsdienstag im Jahre 1968 in Euskirchen, wo sie mit bekannten Kapellen wie "The Monks", "The Rainbows" oder der Mädchenband "The Ruby Rats" in den Concordiasälen gastierten. Auch hier wurde das "Ave Maria", welches in spanischer Sprache von Peter Hess gesungen wurde, zum Renner des Abends. Ein Lokalbesitzer aus Gemünd namens Gross engagierte die Bats in seinem Lokal "Rheka" an vielen Wochenenden für seine Jugendveranstaltungen. Die Fledermäuse sorgten hier dann für die nötige musikalische Unterhaltung. Auf dem Höhepunkt ihres damaligen Erfolges kam dann zunächst einmal das plötzliche Ende der Band "The Bats". Bedingt wurde dieses durch Studium und sonstiger beruflicher Werdegang einiger Musiker fern der Heimat. Die Mitgründer Dieter Schlemmer und Gottfried Pickartz spielten aber noch weiter gemeinsam und auch in verschieden Tanzkapellen, die so nach und nach aus diversen Beat-Bands entstanden. Die restlichen Musiker machten eine sehr lange Pause bis ins Jahr 1992. Da kam die Idee (Ende 1991) von Dieter Schlemmer, die Band "The Bats" noch einmal zu einem Auftritt zu aktivieren. Er und Bassist Gottfried Pickartz hatten einfaches Spiel, da sie gerade erst mit der aktiven Laufbahn als Tanzmusiker aufgehört hatten. Aber was war aus den restlichen damaligen Musikern geworden? Solo-Sänger Peter Hess, der zwischenzeitlich seinen Wohnsitz in Karlsruhe hatte, erklärte sich spontan zu einem Comeback bereit. Gitarrist Dieter Marx, heute wohnhaft in Bergisch-Gladbach, war ebenfalls von dieser Idee begeistert. Schlagzeuger Wilfried Plaumann, wohnhaft in Daun, meinte, dann müsste er sich aber zuerst ein neues Schlagzeug kaufen. Gesagt, getan! Rhythmusgitarrist Hermann-Josef Schlosser, aus Schleiden, meinte, seine alte Burnsgitarre läge noch irgendwo verstaubt auf dem Dachspeicher. Gesucht, gefunden! Gesucht, aber nicht gefunden, war Sologitarrist Peter May aus Gemünd. Wie man später herausfand, war er nach Spanien ausgewandert. Hier musste natürlich schnell ein Ersatzmann gefunden werden. Diesen fand man auch ganz schnell, in Hans-Josef Heinen aus Schleiden. Er hatte mit Organist Dieter Schlemmer und Bassist Gottfried Pickartz lange Jahre bei der Tanzkapelle "The Blue Shadows" gespielt. Nach intensiver Probearbeit im Proberaum von Gottfried Pickartz in Blankenheimerdorf, folgte am 31. Oktober 1993 die erste Oldie-Night in der Weiherhalle in Blankenheim. (Alte Eifeler Bands, wie "The Blues" aus Gemünd, das "Maryland-Sextett" aus Freilingen, "The Cadillacs" aus Schmidtheim, "The Blue Shadows" aus Hellenthal gaben hier nach langer Pause ebenfalls ihr Debüt. Eisbrecher des Abends war die noch amtierende Band "Breakpoint" aus Schleiden-Oberhausen). Es folgten viele weitere Oldie-Nigths, (mittlerweile schon die 16. Oldienight) die sich von den Zuhörerzahlen jedes Jahr steigerten. Zur Band "The Bats" kam im Jahre 1996 der damalige "Blue Shadows"-Schlagzeuger Willi Moritz aus Bornheim-Walberberg hinzu, bedingt durch den tragischen Tod des Schlagzeugers Wilfried Plaumann. Im Jahre 2004 kam dann nach Ausscheiden des Sängers Peter Hess zwei weitere neue Bandmitglieder hinzu: Sängerin Bianca Mey (Blankenheim) und Sänger Peter Blittersdorf (Köln). Als Gastmusiker spielte bei diversen Auftritten dann an den Percussion-Instrumenten Detlef Titz (Aachen, früher Mechernich) des Öfteren mit und wurde dann Stammmusiker. Im Jahre 2007 kam für den Rhythmusgitarristen Hajo Schlosser , der aus beruflichen Gründen ausscheiden musste, ein neues Gesicht hinzu. Es war der Solo- und Rhythmusgitarrist Andreas Leber (Kall-Diefenbach).Im gleichen Jahr wechselte auch die Besetzung am Keyboard. Für den aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen Dieter Schlemmer kam Gregor Graf (Blankenheim) zu den Bats. Sänger Peter Blittersdorf brachte auch im gleichen Jahr seinen ehemaligen Musikkollegen aus Strange-Enough-Zeiten Matthias Hinrichsen (Nörvenich) mit. Er spielt die Blues-Harp sowie Percussion und Gesang. (Text: Gottfried Pickartz 2008)
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